Jul und die Wintersonnenwende:

Rezepte und Rituale

Wie du die Wintersonnenwende praktisch feierst – Mit Genuss und Bewusstsein

Du kennst jetzt die Geschichte der Wintersonnenwende und die Mythologie von Frau Holle. Du weißt, welche Bedeutung hinter unseren Weihnachtsbräuchen steckt und warum der 21. Dezember mehr ist als nur der kürzeste Tag des Jahres.

Jetzt wird es praktisch: Wie feierst du Jul konkret? Welche Rezepte passen zu diesem besonderen Tag? Welche Rituale kannst du durchführen – auch wenn du sonst nicht so der spirituelle Typ bist?

In diesem Teil erwarten dich:

  • Drei köstliche Rezepte mit tiefer Symbolik: Die Spinatsonne, Apfelpunsch und das Julscheit
  • Kraftvolle Rituale für den 21. Dezember: Wunschfeuer, Spiralgang und Geschenke für Frau Holle
  • Räucheranleitungen für die Rauhnächte: So reinigst du dein Zuhause energetisch

 

Alles alltagstauglich, umsetzbar und mit Genuss verbunden. Denn die schönsten Rituale sind jene, die alle Sinne ansprechen.

Inhaltsverzeichnis

Rezepte für die Wintersonnenwende

Die Spinatsonne: Ein rituelles Festgericht

Ein beeindruckendes Gericht, das sich wunderbar für ein Ritual-Essen mit Freundinnen eignet. Die Spiralform symbolisiert den Weg von der Dunkelheit zum Licht – genau das, was wir zur Wintersonnenwende feiern.

Fertige Spinatsonne auf Holzbrett angeschnitten Spirale sichtbar

Die Spirale ist eines der ältesten Symbole der Menschheit. Sie zeigt den ewigen Kreislauf, die Bewegung von außen nach innen (Rückzug, Innenschau) und von innen nach außen (Manifestation, Wachstum). Perfekt für den Wendepunkt des Jahres!

Zutaten:

  • 2 runde Quiche-Teige (fertig gekauft oder selbst gemacht)
  • 500 g blanchierter Spinat oder Mangold
  • 1 große Zwiebel, würfelig geschnitten
  • 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • Olivenöl
  • Kräutersalz, Pfeffer, Muskatnuss
  • 200 g Feta (oder veganer Ersatz)
  • 1 Ei zum Bestreichen (oder Pflanzenmilch)
  • Sesam und Schwarzkümmel zum Bestreuen

 

Zubereitung:

  1. Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl anbraten, bis sie duften.
  2. Spinat oder Mangold hinzufügen, würzen (Salz, Pfeffer, eine Prise Muskatnuss) und die Fetawürfel untermischen. Gut abkühlen lassen.
  3. Einen Quiche-Teig auf einem mit Backpapier belegten Backblech ausbreiten.
  4. Die Spinatfüllung darauf verteilen – dabei in der Mitte einen kleinen Hügel formen und am äußeren Rand einen Ring freilassen.
  5. Den zweiten Teig darauflegen und die Ränder gut festdrücken.
  6. Mit einer Schüssel (ca. 10 cm Durchmesser) in der Mitte den Teig festdrücken – das wird die „Sonne“.
  7. Den äußeren Ring strahlenförmig einschneiden – wichtig: gegen den Uhrzeigersinn, für die abnehmende Zeitqualität vor der Wintersonnenwende. Du solltest etwa 16 Strahlen haben.
  8. Jeden Strahl um 90° drehen, sodass die Füllung sichtbar wird und die Sonnenstrahlen entstehen.
  9. Mit verquirltem Ei (oder Pflanzenmilch) bepinseln und mit Sesam und Schwarzkümmel bestreuen.
  10. Bei 200°C etwa 25-30 Minuten backen, bis sie goldbraun ist.
Fertige Spinatsonne auf Holzbrett, angeschnitten, Spirale sichtbar, Wintersonnenwende

Tipp: Dieses Gericht ist nicht nur symbolisch kraftvoll, sondern auch ein echter Hingucker auf dem Festtisch. Perfekt für ein gemeinsames Jul-Fest mit Freundinnen. Während ihr esst, könnt ihr über eure Wünsche für das neue Jahr sprechen.

Apfelpunsch: Wärme für die kalte Jahreszeit

Für die stille Stunde am Abend – oder den gemütlichen Kreis mit Freundinnen. Der Duft allein ist schon ein Ritual.

Dampfender Punsch in Gläsern, Zimtstangen, Abendstimmung

Basis (alkoholfrei):

  • 700 ml naturtrüber Apfelsaft
  • 300 ml Apfelmus oder Bratapfelkompott
  • 2 TL Nelken (oder 4-5 ganze Nelken)
  • 3 Zimtstangen
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • Zucker oder Honig nach Geschmack
  • Optional: Saft einer halben Zitrone

 

Für die erwachsene Variante: Zusätzlich 40 ml Amaretto und 80 ml Rum

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten (außer Amaretto und Rum) in einem Topf sanft erwärmen – nicht kochen, sonst verfliegt das Aroma!
  2. Etwa 2 Stunden ziehen lassen bei niedriger Temperatur. Das Haus duftet währenddessen wunderbar nach Weihnachten.
  3. Die Gewürze herausfischen (Zimtstangen, Nelken).
  4. Für die alkoholische Variante Amaretto und Rum erst kurz vor dem Servieren hinzufügen, damit der Alkohol nicht verkocht.
  5. In vorgewärmte Gläser füllen, eventuell mit einer Zimtstange dekorieren.

 

Tipp: Dieser Punsch wärmt von innen und ist perfekt für lange Gespräche an dunklen Winterabenden. Wenn du ihn für ein Ritual vorbereitest, kannst du währenddessen schon deine Wünsche für das neue Jahr aufschreiben.

Julscheit mit Ilex – Bûche de Noël

Die gebackene Variante des traditionellen Julscheits – ein Schokoladenkuchen in Form eines Holzscheits, dekoriert mit Marzipan-Stechpalmen. Ein echter Hingucker und symbolisch sehr kraftvoll.

Fertiger Julscheit mit Marzipan-Deko, puderzuckerbestäubt

Für die Schokofülle (am Vorabend):

  • 500 ml Sahne
  • 200 g Zartbitterschokolade, fein gehackt

 

Für den Biskuitteig:

  • 4 Eier (Eiklar für Schnee)
  • 1 Prise Salz
  • 90 g Zucker
  • 60 g Mehl
  • 60 g Speisestärke
  • 20 g Kakao
  • 2 TL Lebkuchengewürz
  • 1 TL Backpulver

 

Für die Dekoration:

  • 30 g gehackte Haselnüsse (in der Pfanne geröstet)
  • Marzipan (ca. 100 g)
  • Rote und grüne Lebensmittelfarbe
  • Puderzucker zum Bestäuben

 

Zubereitung:

Am Vorabend (Schokofülle):

  1. Sahne aufkochen, vom Herd nehmen.
  2. 150 g gehackte Schokolade hinzufügen und unter Rühren auflösen.
  3. Mit dem Pürierstab kurz durchrühren, in eine Schüssel füllen und über Nacht kalt stellen.

 

Biskuitteig:

  1. Backofen auf 200°C vorheizen.
  2. Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen, dabei den Zucker nach und nach einrieseln lassen.
  3. Eigelb kurz unterrühren.
  4. Mehl, Speisestärke, Kakao, Lebkuchengewürz und Backpulver darübersieben und vorsichtig unterheben.
  5. Die Masse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen (ca. 1 cm dick).
  6. Etwa 10 Minuten backen – nicht zu lange, sonst wird der Biskuit trocken!
  7. Den Biskuit sofort mit der Oberseite auf ein mit Kristallzucker bestreutes Geschirrtuch stürzen.
  8. Backpapier abziehen und den Biskuit mit dem Tuch locker aufrollen. Abkühlen lassen.

 

Füllung und Montage:

  1. Die kalte Schokosahne wie Schlagsahne aufschlagen (langsame Stufe!).
  2. Den Biskuit vorsichtig ausrollen (er bleibt leicht gewellt – das ist gut so).
  3. Zwei Drittel der Schokosahne auf dem Biskuit verstreichen.
  4. Mit der restlichen gehackten Schokolade (50 g) und den gerösteten Haselnüssen bestreuen.
  5. Wieder aufrollen – diesmal ohne Tuch.
  6. Eine oder zwei Scheiben (ca. 3 cm) abschneiden und seitlich als „abgeschnittene Äste“ mit etwas Schokosahne befestigen.
  7. Den ganzen Julscheit mit der restlichen Schokosahne bestreichen.
  8. Mit einer Gabel Linien einziehen – das sieht aus wie Baumrinde.
Close-up Rinde-Struktur des Julscheits

Dekoration:

  1. Marzipan teilen: zwei Drittel grün färben, ein Drittel rot färben.
  2. Aus dem grünen Marzipan stachelige Blätter formen (wie Stechpalmenblätter).
  3. Aus dem roten Marzipan kleine Kugeln rollen (die Beeren).
  4. Auf dem Julscheit arrangieren – meist 2-3 Blätter mit 3-5 Beeren.
  5. Zum Schluss mit Puderzucker bestäuben – wie Schnee auf einem Holzscheit im Winterwald.

 

Symbolik: Das Julscheit erinnert an den alten Brauch, ein großes Holzscheit im Feuer zu verbrennen, um die Wintersonnenwende zu feiern. Die Stechpalme (Ilex) mit ihren roten Beeren ist eine der heiligen Pflanzen der Göttin – du ehrst also die dreifache Göttin mit diesem Kuchen!

Rituale für den 21. Dezember

Das Loslassen-Ritual am Julfeuer

Das Julfeuer am 21. Dezember ist der Höhepunkt der Wintersonnenwende — hier wird losgelassen, was nicht ins neue Jahr soll. Ein kraftvolles, aber einfaches Ritual.

Papier, Stift, feuerfeste Schale, Kerze, stimmungsvoll

Du brauchst:

  • Schönes Papier (vielleicht handgeschöpft oder in einer besonderen Farbe)
  • Einen guten Stift (schreib mit der Hand — das ist wichtiger als du denkst!)
  • Eine feuerfeste Schale oder einen Keramikteller
  • Eine große Kerze oder ein kleines Feuer (Kamin, Feuerschale, Grill)
  • Streichhölzer (kein Feuerzeug — auch das gehört zum Ritual)

 

So geht’s:

  1. Bereite deinen Raum vor: Mach es gemütlich. Dimme das Licht, zünde die Kerze an, vielleicht legst du leise Musik auf. Schaffe einen heiligen Raum.
  2. Nimm dir Zeit: Setze dich hin und atme ein paar Mal tief durch. Lass den Alltag los. Du bist jetzt im Ritual-Modus.
  3. Schreibe auf, was du loslassen möchtest:
    • Alte Muster, die dir nicht mehr dienen
    • Groll, den du noch trägst
    • Ängste, die dich lähmen
    • Beziehungen, die giftig sind
    • Verpflichtungen, die dich erschöpfen
    • Glaubenssätze, die dich klein halten
  4. Lies sie laut vor: Sprich aus, was du loslässt. Gib ihm Raum, ein letztes Mal.
  5. Verbrenne sie im Julfeuer: Zünde jeden Zettel einzeln an der Kerze an und lege ihn in die feuerfeste Schale. Während er verbrennt, stelle dir vor, wie alles Alte mit dem Rauch aufsteigt und geht. Sag dabei: „Ich lasse dich los. Danke für die Lektion. Du darfst gehen. Mit dem Licht, das zurückkehrt, beginnt Neues.“
  6. Lass die Asche abkühlen: Du kannst sie später in der Erde vergraben oder vom Wind verwehen lassen.

 

Wichtig: Das Julfeuer ist der Hauptakt des Loslassens. Danach beginnt die heilige Zeit der Rauhnächte — keine Zeit mehr für aktives Loslassen, sondern für Empfangen und Lauschen.

Der Spiralgang

Eine meditative Praxis, die auch skeptischen Gemütern guttut. Du brauchst keine große Esoterik – nur einen bewussten Moment der Stille.

Spirale Teelichte

Du brauchst:

  • Etwa 20-30 Teelichter oder Grablichter
  • Oder: Tannenzweige, Steine, Zapfen zum Legen
  • Einen ruhigen Platz (Garten, Wald, notfalls auch die Wohnung)
  • Warme Kleidung, wenn du draußen bist

 

So geht’s:

  1. Lege deine Spirale: Von außen nach innen, gegen den Uhrzeigersinn (für die abnehmende Zeit vor der Sonnenwende). Die Spirale sollte groß genug sein, dass du sie langsam abgehen kannst – etwa 3-4 Meter Durchmesser.
  2. Zünde die Lichter an: Wenn du Teelichter verwendest, zünde sie von außen nach innen an. Nimm dir Zeit dabei.
  3. Beginne den Gang: Starte außen und gehe langsam in die Spirale hinein. Mit jedem Schritt gehst du tiefer in die Dunkelheit, in deine Innenwelt, in die Stille.
  4. Verweile in der Mitte: Wenn du das Zentrum erreicht hast, bleibe einen Moment stehen. Atme. Spüre die Dunkelheit. Erkenne: Du bist im tiefsten Punkt angekommen.
  5. Kehre zurück: Jetzt gehst du denselben Weg zurück – von innen nach außen, im Uhrzeigersinn. Mit jedem Schritt kommst du zurück ins Licht, zurück in die Welt, gestärkt und erneuert.
Tannenzweige Spirale mit Frau

Symbolik: Die Spirale ist der Weg jeder Transformation. Wir müssen erst in die Dunkelheit gehen (Rückzug, Innenschau, Winter), um dann erneuert zurückzukehren (Frühling, Wachstum, Manifestation).

Der Spiralgang verkörpert die Wintersonnenwende selbst: Wir gehen in die tiefste Dunkelheit – und kehren ins Licht zurück.

Das 13-Wünsche-Ritual

Wichtig: Dieses Ritual beginnt nach dem Loslassen bei Jul. Die Wünsche werden erst während der Rauhnächte (ab 25. Dezember) gezogen — nicht vorher.

Du brauchst:

  • 13 Zettel (schönes Papier)
  • Ein Gefäß mit Deckel (Dose, Schachtel, Glas)
  • Eine feuerfeste Schale
  • Streichhölzer

 

So geht’s:

  1. Am 21.-24. Dezember: Schreibe 13 Wünsche für das neue Jahr auf. Jeweils ein Wunsch pro Zettel. Formuliere positiv und in der Gegenwart — nicht, was du loslassen willst (das ist beim Julfeuer!), sondern was kommen soll.
  2. Falte die Zettel und lege sie ins Gefäß. Verschließe es.
  3. Ab 25. Dezember (Beginn der Rauhnächte): Ziehe jeden Abend blind einen Zettel.
  4. Verbrenne ihn ungelesen: Lies ihn nicht! Verbrenne ihn und übergib ihn dem Universum. Sag: „Ich vertraue darauf, dass sich erfüllt, was für mich bestimmt ist.“
  5. Am 5. Januar (letzte Rauhnacht) bleibt ein Zettel übrig.
  6. Lies ihn am 6. Januar: Das ist der Wunsch, den du selbst erfüllen musst. Das Universum hilft dir bei den anderen 12 — aber dieser eine ist deine Aufgabe.

 

Die Botschaft: Nach dem Loslassen kommt das Erschaffen. Wir dürfen Wünsche haben — aber wir tragen auch Verantwortung für ihre Erfüllung.

Geschenk für Frau Holle

Ein alter, schöner Brauch: Ehre die Göttin der Wintersonnenwende mit einem kleinen Geschenk.

Kleine Schale mit Milch, Plätzchen, Apfel auf Türschwelle

Wann:

  • Am 21. Dezember (Wintersonnenwende) als Dank für ihre Begleitung durch die dunkle Zeit
  • Am 5./6. Januar (Perchtentag) als Abschluss der Rauhnächte

 

Was du bringst:

  • Ein Schluck Milch (Symbol der Nährung)
  • Etwas Gebäck (von dem, was du gebacken hast)
  • Einen Apfel (Symbol des ewigen Lebens)
  • Optional: Einen Zweig Holunder oder Mistel

 

Wohin:

  • Vor die Haustür
  • Unter einen Holunderbaum
  • An eine besondere Stelle in deinem Garten
  • Auf die Fensterbank

 

Was du sagst: Sprich leise oder in Gedanken:

„Frau Holle, Hüterin der dunklen Zeit,
ich danke dir für deine Fürsorge.
Ich bitte um deinen Segen für das neue Jahr.
Möge das Licht zurückkehren – in der Welt und in meinem Herzen.“

 

Eine Geste der Dankbarkeit: Auch wenn du nicht an Götter und Göttinnen glaubst – diese Geste erinnert dich daran, demütig zu sein. Dass nicht alles in deiner Kontrolle liegt. Dass es größere Kräfte gibt – Natur, Schicksal, wie auch immer du es nennen willst.

Räuchern und Reinigen

Energetische Hausreinigung zu den Rauhnächten

Die Vorbereitung auf die Rauhnächte beginnt mit einer energetischen Grundreinigung — idealerweise zwischen 21. und 24. Dezember, damit du gereinigt in die heilige Zeit eintreten kannst.

Während der Rauhnächte selbst (25. Dez. – 6. Jan.) räucherst du dann sanfter und segnend — nicht mehr zur Reinigung, sondern zur Ehrung.

Räucherschale mit Rauch, Kräuter, Feder, Holztisch, Jul

Phase 1: Reinigen – Raus mit dem Alten

Kräuter: Beifuß, Wacholder, Fichtenharz, Salbei, Johanniskraut

So geht’s:

  1. Öffne alle Fenster (auch wenn es kalt ist – nur kurz!).
  2. Entzünde die Kräuter in einer feuerfesten Schale oder auf Räucherkohle.
  3. Gehe durch alle Räume – beginne unten/hinten und arbeite dich nach oben/vorne vor.
  4. Räuchere besonders in den Ecken – dort sammelt sich energetisch am meisten an.
  5. Stelle dir vor, wie alles Belastende, Alte, Schwere mit dem Rauch nach draußen zieht.
  6. Sag dabei (laut oder leise): „Was nicht mehr dient, darf gehen.“

Phase 2: Segnen – Rein mit dem Neuen

Kräuter: Weihrauch, Alant, Johanniskraut, Rosenblüten, Myrrhe

So geht’s:

  1. Schließe die Fenster (bis auf einen Spalt).
  2. Entzünde die Segens-Kräuter.
  3. Gehe denselben Weg wie vorher – jetzt füllst du die gereinigten Räume mit positiver Energie.
  4. Sprich aus, was du dir für das neue Jahr wünschst: „Möge Frieden in diesem Haus sein. Möge Liebe hier wohnen. Möge Fülle ihren Platz finden.“
  5. Lass den Rauch ziehen – spüre, wie sich die Atmosphäre verändert.

 

Praktischer Hinweis:

  • Zieh den Rauchmelder ab (wenn vorhanden)
  • Öffne danach alle Fenster für 10 Minuten
  • Deine Wohnung riecht jetzt 1-2 Tage intensiv – das ist normal!

Jul-Räuchermischung

Eine selbst gemachte Räuchermischung – als Geschenk oder für dich selbst.

Gläser mit getrockneten Kräutern

Zutaten:

  • 2 EL Weihrauch (Basis, verbindet mit dem Göttlichen)
  • 2 EL Fichtenharz (Waldduft, Reinigung)
  • 1 EL Myrrhe (weibliche Energie)
  • 1 EL Alantwurzel (bringt Licht)
  • 1 EL Rosenblüten (Harmonie, Liebe)
  • 1 EL Mariengras (süßer Duft, der Maria gewidmet)
  • 1 TL Mistelkraut (geschnitten)
  • 1 TL Wacholderbeeren (zerstoßen)
  • 1 TL Beifuß (Schwellenpflanze)
  • 1 TL Johanniskraut (Licht)
  • Einige Zimtstangen (zerbrochen)
  • Einige Gewürznelken
  • Getrocknete Berberitzenbeeren (Farbtupfer)

 

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten locker mischen (nicht mörsern – das machst du erst vor dem Räuchern).
  2. In ein schönes Schraubglas füllen.
  3. Beschriften: „Jul-Räucherung“ mit Datum und Liste der Kräuter.

 

Anwendung:

  • Eine Prise auf Räucherkohle ODER
  • Auf einem Räucherstövchen (mit Sieb über Teelicht)
  • Öffnet die Sinne und bringt eine festliche Stimmung

Deine persönliche Wintersonnenwende

Ideen für jedes Bedürfnis

Du musst keine große Hexe werden, um Jul zu feiern. Hier ein paar alltagstaugliche Ideen – such dir aus, was zu dir passt.

Gemütliche Ecke, Sessel, Decke, Kerzen, Tee, Buch, Wintersonnenwende

Das 5-Minuten-Minimum:

  • Eine schöne Kerze anzünden
  • Kurz innehalten und durchatmen
  • Dankbarkeit für das vergangene Jahr
  • Ein Moment der Stille
  • Fertig.

 

Für Genießerinnen (1-2 Stunden):

  • Die Spinatsonne backen (vielleicht mit der besten Freundin?)
  • Viele Kerzen anzünden
  • Guten Punsch trinken
  • Über Träume und Pläne für das neue Jahr sprechen
  • Musik, die zur Stimmung passt

 

Für die Mutigen (halber Tag):

  • Loslassen-Ritual am Julfeuer
  • Räuchern durchs ganze Haus
  • Spiralgang im Garten oder im nahen Wald
  • Geschenk für Frau Holle vor die Tür stellen
  • Julscheit backen und mit Freundinnen teilen

 

Für Familien:

    • Gemeinsam die Spinatsonne zubereiten
    • Julscheit backen und dekorieren
    • Spirale aus Teelichtern im Garten legen
    • Geschichten von Frau Holle erzählen
    • Loslassen-Ritual gemeinsam durchführen (jeder schreibt auf, was gehen darf)

Die wichtigsten Rituale im Überblick

Am 21. Dezember (Wintersonnenwende/Jul):

  • Loslassen-Ritual am Julfeuer — verbrenne, was nicht ins neue Jahr soll
  • Spiralgang — von der Dunkelheit ins Licht
  • Haus aufräumen beginnen — äußerlich und innerlich
  • Stark räuchern (Reinigung mit Beifuß, Wacholder, Salbei)
  • Geschenk für Frau Holle — Dank für ihre Begleitung

 

22.-24. Dezember (Vorbereitung auf die Rauhnächte):

  • Haus fertig aufräumen — alle Ecken, alle Schubladen
  • Unerledigtes abschließen — Rechnungen, Gespräche, Reparaturen
  • 13 Wünsche aufschreiben — was soll kommen?
  • Zur Ruhe kommen — die heilige Zeit naht

25. Dezember – 6. Januar (Die Rauhnächte):

  • Traumtagebuch führen — jeden Morgen
  • Sanft räuchern (Segen mit Weihrauch, Fichtenharz, Engelwurz)
  • 13-Wünsche-Ritual — jeden Abend einen Zettel ziehen und verbrennen
  • Orakeln — für jeden Monat des neuen Jahres
  • Zur Ruhe kommen — keine schwere Arbeit, nur Sein

 

5./6. Januar (Perchtentag – Abschluss):

  • Letzter Wunschzettel öffnen — dieser ist deine Aufgabe
  • Geschenk für Frau Holle — zum Abschied
  • Ein letztes Mal räuchern — Dank und Segen
  • Traumtagebuch durchlesen — Was haben dir die Nächte gezeigt?

 

Das Wesentliche: Licht und Hoffnung

Die Wintersonnenwende erinnert uns an eine einfache, aber kraftvolle Wahrheit: Nach der dunkelsten Nacht kehrt immer das Licht zurück.

Sonnenaufgang über Schneelandschaft, erste Lichtstrahlen, hoffnungsvoll, wintersonnenwende

Frau Holle gebiert das Lichtkind in ihrem Schoß. Sie, die alte, weise Göttin, die uns durch die dunkle Zeit begleitet hat, bringt neues Leben hervor. Das ist nicht nur Mythologie – das ist ein Lebensprinzip.

Egal wie herausfordernd das vergangene Jahr war, egal wie dunkel es manchmal scheint:

  • Das Rad dreht sich weiter
  • Die Tage werden wieder länger
  • Das Leben geht weiter
  • Es wird wieder hell

 

In einer Zeit, in der wir oft zwischen Weihnachtsstress und Konsumdruck feststecken, kann es heilsam sein, sich auf das Wesentliche zu besinnen:

  • Licht – auch wenn es dunkel ist
  • Wärme – auch wenn es kalt ist
  • Gemeinschaft – auch wenn wir uns manchmal einsam fühlen
  • Hoffnung – auch wenn wir zweifeln

 

Die Kraft der Natur. Die Zyklen des Lebens. Die Weisheit der alten Göttinnen.

Vielleicht zündest du am 21. Dezember eine Kerze an, backst die Spinatsonne, machst einen Spiralgang oder stellst Frau Holle ein kleines Geschenk vor die Tür.

Vielleicht nimmst du dir einfach nur einen Moment Zeit für dich – um zu spüren: Das Licht kehrt zurück. Außen wie innen.

**Frohe Wintersonnenwende! Oder wie die Alten sagten: Glædelig Jul!**

Kerze vor Fenster, Schneefall, gemütlich, Frieden

P.S.: Die Rauhnächte haben begonnen. Zwölf magische Nächte liegen vor dir. Nutze sie weise. Träume intensiv. Lausche den Botschaften. Und wenn du das Heulen des Windes hörst – denk an Frau Holle und ihre Wilde Jagd. Sie räumt auf, damit Neues entstehen kann. Vertrau dem Prozess.

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