Die 8 Jahreskreisfeste 2026: 

Dein Überblick

Das Rad des Jahres - Sonnenfeste, Mondfeste und die dreigestaltige Göttin

Das Jahr ist mehr als eine Aneinanderreihung von Monaten. Es ist ein Rad, das sich dreht – ein Zyklus von Werden und Vergehen, von Licht und Dunkelheit, von Aktivität und Ruhe.

Unsere Vorfahren im deutschsprachigen Raum feierten acht Feste im Jahr, die diesen natürlichen Rhythmus markieren. Vier Sonnenfeste (Sonnenwenden und Tag-und-Nacht-Gleichen) und vier Mondfeste (die energetischen Wendepunkte dazwischen).

In diesem Artikel erfährst du:

  • Was die 8 Jahreskreisfeste sind und wann sie 2026 stattfinden
  • Die dreigestaltige Göttin als roter Faden durch das Jahr
  • Sonnenfeste vs. Mondfeste – der Unterschied
  • Kurze Beschreibung jedes Festes mit typischen Ritualen
  • Wie du anfangen kannst, die Feste zu feiern

 

Dieser Artikel ist dein Einstieg ins Rad des Jahres. Zu jedem Fest gibt es später ausführliche Einzelartikel.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Jahreskreis?

Der Jahreskreis (auch Rad des Jahres genannt) ist ein zyklisches System aus acht Festen, das den Rhythmus der Natur widerspiegelt.

Jahreskreis-Rad Grafik mit 8 Festen, Übersicht

Die Grundidee:

Die Natur folgt einem ewigen Zyklus:

  • Frühling = Geburt, Keimen, Aufbruch
  • Sommer = Wachstum, Fülle, Höhepunkt
  • Herbst = Ernte, Rückzug, Dankbarkeit
  • Winter = Ruhe, Tod, Transformation

 

Unsere Vorfahren lebten mit diesem Rhythmus, nicht gegen ihn. Die acht Feste markieren die wichtigsten Wendepunkte im Jahr.

Woher kommt das System?

Die Feste haben keltische, germanische und alpine Wurzeln. Vieles wurde später christianisiert (Weihnachten, Ostern, Allerheiligen), aber die ursprünglichen Bedeutungen schimmern durch.

Für wen ist der Jahreskreis heute relevant?

Für alle, die:

  • Sich wieder mit der Natur verbinden wollen
  • Den natürlichen Rhythmus in ihr Leben bringen möchten
  • Nach Struktur und Bedeutung im Jahr suchen
  • Rituale und bewusstes Feiern schätzen

 

Du musst nicht „Heide“ oder „spirituell“ sein – die Feste funktionieren für jeden, der offen ist.

Die dreigestaltige Göttin im Jahreskreis

Ein roter Faden durch das Jahr ist die dreigestaltige Göttin – im deutschsprachigen Raum oft als Frau Holle oder Perchta bekannt.

Drei Kerzen (weiß, rot, schwarz), symbolisch

Sie erscheint in drei Aspekten, die den Lebenszyklus widerspiegeln:

Die weiße Göttin (Frühling / Frühsommer)

  • Jungfrau, Lichtgestalt, Neubeginn
  • Aktiv von Imbolc (Februar) bis Beltane (Mai)
  • Sie bringt das Erwachen, das Aufkeimen, die Hoffnung
  • Symbole: Schneeglöckchen, Birke, weißes Licht

 

Die rote Göttin (Sommer / Frühherbst)

  • Mutter, Fülle, Lebenskraft
  • Aktiv von Beltane (Mai) bis Lughnasadh (August)
  • Sie bringt Wachstum, Fruchtbarkeit, Ernte
  • Symbole: Rosen, rote Beeren, die volle Sonne

 

Die schwarze Göttin (Herbst / Winter)

  • Weise Alte, Totengöttin, Transformation
  • Aktiv von Samhain (November) bis Imbolc (Februar)
  • Sie bringt Rückzug, Ruhe, Tod und Wiedergeburt
  • Symbole: Schwarze Erde, Raben, die lange Nacht

 

Wichtig: Dies ist kein Gegensatz, sondern ein Kontinuum. Die Göttin verwandelt sich, stirbt nicht. Wie die Natur im ewigen Wandel.

Im Jahreskreis siehst du diesen Wandel: Von der strengen Perchta im Winter zur strahlenden Holda im Frühling zur mütterlichen Erdgöttin im Sommer – und wieder zurück.

Sonnenfeste vs. Mondfeste

Die acht Feste teilen sich in zwei Gruppen:

Sonnenfeste (4 Feste)

Was sind sie? Die astronomischen Wendepunkte der Sonne:

  • 2 Sonnenwenden (längster/kürzester Tag)
  • 2 Tag-und-Nacht-Gleichen (Tag und Nacht gleich lang)
Sonne über Horizont, Sonnenwende, astronomisch

Charakter:

  • Fest, berechenbar, astronomisch exakt
  • Markieren äußere Wendepunkte (Licht/Dunkelheit)
  • Eher Yang – männlich, solar, aktiv

 

Die 4 Sonnenfeste:

  1. Wintersonnenwende (21. Dez) – längste Nacht
  2. Frühlingsgleiche (20. März) – Tag = Nacht
  3. Sommersonnenwende (20. Juni) – längster Tag
  4. Herbstgleiche (22. Sept) – Tag = Nacht

 

Mondfeste (4 Feste)

Was sind sie? Die energetischen Wendepunkte zwischen den Sonnenfesten – ursprünglich oft am Vollmond gefeiert.

Charakter:

  • Beweglich, intuition, energetisch
  • Markieren innere Prozesse (Transformation, Schwellen)
  • Eher Yin – weiblich, lunar, empfangend

 

Die 4 Mondfeste:

  1. Samhain (31. Okt/1. Nov) – zwischen Herbstgleiche und Wintersonnenwende
  2. Imbolc (1./2. Feb) – zwischen Wintersonnenwende und Frühlingsgleiche
  3. Beltane (30. Apr/1. Mai) – zwischen Frühlingsgleiche und Sommersonnenwende
  4. Lughnasadh (1. Aug) – zwischen Sommersonnenwende und Herbstgleiche

 

Zusammen bilden sie das vollständige Rad – Sonne und Mond, Yang und Yin, Außen und Innen.

Die 8 Feste im Überblick 2026

Jetzt schauen wir uns jedes Fest kurz an – mit Datum 2026, Bedeutung und typischen Ritualen.

Wir beginnen mit Jul (Wintersonnenwende), dem Fest der Wiedergeburt des Lichts.

Wintersonnenwende / Jul (21. Dezember 2025)

Art: Sonnenfest
Datum 2026: 21. Dezember 2025, 10:21 MEZ
Göttin: Die schwarze Göttin gebiert das Lichtkind

Julfeuer, Kerzen, Tannengrün, Winternacht

Bedeutung:

Die längste Nacht des Jahres – der Tiefpunkt der Dunkelheit. Aber in dieser Nacht geschieht die Wiedergeburt des Lichts: Die Erdgöttin gebiert in der „Mutternacht“ das Sonnenkind.

Ab jetzt werden die Tage wieder länger. Das Licht kehrt zurück – erst unmerklich, dann immer stärker.

Mit Jul beginnen auch die 12 Rauhnächte (21. Dez bis 6. Jan) – eine magische Schwellenzeit.

Typische Rituale:

  • Julfeuer (großes Feuer, Julklotz verbrennen)
  • Loslassen im Feuer (was darf gehen?)
  • Immergrüne Zweige ins Haus (Wintermaien)
  • Lichterbaum (ursprünglich ohne christlichen Bezug)
  • Geschichten erzählen

Speisen: Schweinebraten, Stollen, Äpfel, Nüsse

➡️ hier findest du mehr zum Julfest

Imbolc (1. Februar 2026)

Art: Mondfest
Datum 2026: 1. Februar 2026 (Vollmond: 23:09 MEZ!)
Göttin: Verwandlung von schwarz zu weiß – die junge Göttin erwacht

Schneeglöckchen im Schnee

Imbolc (sprich: Im-olk) bedeutet „im Bauch“ – die Erde ist schwanger mit neuem Leben. Unter der Schneedecke keimen die Samen. Die Lämmer werden geboren, es gibt frische Milch.

Die schwarze Perchta verwandelt sich zur weißen Holda. Das Licht gewinnt spürbar an Kraft.

Es ist ein Fest der Reinigung und des Neubeginns.

Typische Rituale:

  • Kerzen weihen für das Jahr
  • Ritueller Frühjahrsputz (mit Birkenreisig)
  • Brigid-Kreuz flechten
  • Samen pflanzen (Visionen säen)
  • Licht in jedes Fenster stellen

Pflanzen: Birke, Schneeglöckchen

➡️ Ausführliche Artikel verfügbar: Teil 1 (Theorie) + Teil 2 (Rituale)

Ostara / Frühlingsgleiche (20. März 2026)

Art: Sonnenfest
Datum 2026: 20. März 2026, 10:01 MEZ
Göttin: Die weiße Göttin in voller Kraft

Frühlingswiese, bunte Eier, Blüten

Bedeutung:

Tag und Nacht sind gleich lang – das Licht gewinnt endgültig. Der Frühling bricht vollends aus. Überall blüht und grünt es.

Die junge Göttin (Ostara, Eos, Eostre) schreitet über das Land. Der „Grüne Mann“ – die männliche Vegetation – erwacht ebenfalls.

Es ist ein Fest des Neubeginns, des Säens und der Balance.

Typische Rituale:

  • Eier färben (Symbol des Welteneies)
  • Osterfeuer entzünden
  • „Grüne Neune“ essen (Suppe aus 9 Frühlingskräutern)
  • Samen aussäen (jetzt wirklich!)
  • Frühlingsputz abschließen

Pflanzen: Weide, Primel, erste Wildkräuter

➡️ Ausführlicher Artikel folgt

Beltane (30. April / 1. Mai 2026)

Art: Mondfest
Datum 2026: Nacht vom 30. April auf 1. Mai 2026
Göttin: Verwandlung von weiß zu rot – die Jungfrau wird zur Mutter

Maibaum, Blütenkranz, Feuer, Lebensfreude

Bedeutung:

Beltane (auch Walpurgis) ist das Fest der Fruchtbarkeit und Lebenslust. Die Natur explodiert in ihrer Kraft. Es ist die Zeit der „Heiligen Hochzeit“ (Hieros Gamos) – Himmel und Erde vereinen sich.

Die weiße Jungfrau wird zur roten Mutter. Das Sommerhalbjahr beginnt.

Es ist ein Fest der Freude, Sexualität und Lebenskraft.

Typische Rituale:

  • Maibaum aufstellen (Phallussymbol und Weltenbaum)
  • Beltane-Feuer (durch die Asche gehen)
  • In den Mai tanzen
  • Morgentau sammeln (Schönheit, Fruchtbarkeit)
  • Blumenkränze flechten

 

Pflanzen: Weißdorn, Waldmeister, Flieder

➡️ Ausführlicher Artikel folgt

Litha / Sommersonnenwende (20. Juni 2026)

Art: Sonnenfest
Datum 2026: 20. Juni 2026, 22:50 MESZ
Göttin: Die rote Göttin auf dem Höhepunkt

Sonnwendfeuer, volle Sonne, Mittsommer

Bedeutung:

Der längste Tag des Jahres – der Höhepunkt der Sonnenkraft. Die Natur steht in voller Blüte. Es ist die Zeit der größten Fülle und Aktivität.

Aber: Ab morgen werden die Tage wieder kürzer. Der Wendepunkt ist erreicht.

Es ist ein Fest des Feierns, aber auch des Wissens: Nichts bleibt auf dem Höhepunkt.

Typische Rituale:

  • Große Sonnwendfeuer
  • Sprung über die Glut (Reinigung, Mut)
  • Kräuterweihe (Kräuterbuschen binden)
  • Johanniskraut sammeln (Lichtfänger)
  • Die ganze Nacht feiern (kürzeste Nacht!)

 

Pflanzen: Johanniskraut, Arnika, Beifuß, Schafgarbe

➡️ Ausführlicher Artikel folgt

Lughnasadh / Schnitterinnenfest (1. August 2026)

Art: Mondfest
Datum 2026: 1. August 2026 (manchmal auch 15. August)
Göttin: Übergang von rot zu schwarz beginnt

Getreideähren, Brot, goldenes Feld

Bedeutung:

Lughnasadh (sprich: Loo-na-sa) ist das Fest des ersten Ernteschnitts. Das Getreide ist reif. Der Gott Lugh (oder der Kornkönig) opfert sich im Getreide, um die Menschen zu nähren.

Es ist die Zeit der klaren Schnitte und Entscheidungen. Was ist reif? Was muss geerntet werden?

Die rote Göttin beginnt, sich zur schwarzen zu wandeln – noch unmerklich.

Typische Rituale:

  • Erstes Brot backen (Lammas-Brot)
  • Kräuterbuschen binden (Mariä Himmelfahrt, 15. Aug)
  • Getreidezöpfe flechten
  • Danken für die Ernte
  • Bilanz ziehen: Was ist gereift?

 

Pflanzen: Königskerze, Getreide, Brombeeren

➡️ Ausführlicher Artikel folgt

Mabon / Herbstgleiche (22. September 2026)

Art: Sonnenfest
Datum 2026: 22. September 2026, 14:43 MESZ
Göttin: Die schwarze Göttin kehrt zurück

Herbstfrüchte, Äpfel, bunte Blätter

Bedeutung:

Tag und Nacht sind wieder gleich lang – aber diesmal kippt das Gleichgewicht zur Dunkelheit. Der Herbst ist da. Die Ernte ist eingebracht.

Mabon ist das Hauptfest des Erntedanks. Wir danken für das, was war, und bereiten uns auf den Winter vor. Der Sonnengott zieht sich in die Unterwelt zurück.

Es ist ein Fest der Dankbarkeit, des Loslassens und der Vorbereitung.

Typische Rituale:

  • Erntedank-Altar (mit Früchten, Nüssen, Getreide)
  • Dankbarkeits-Ritual
  • Loslass-Ritual (Themen dem Wasser übergeben)
  • Äpfel ernten
  • Vorräte anlegen

 

Pflanzen: Wein, Äpfel, Hagebutten, Holunder

➡️ Ausführlicher Artikel folgt

Samhain (31. Oktober 2026)

Art: Mondfest
Datum 2026: 31. Oktober 2026
Göttin: Die schwarze Göttin herrscht – Tor zur dunklen Zeit

Kerzen, Herbstblätter, Ahnentisch, mystisch

Bedeutung:

Samhain (sprich: Sow-in) ist das keltische Neujahr und schließt den Jahreskreis. Die Schleier zwischen den Welten sind dünn – Kontakt zu Verstorbenen ist möglich.

Es ist ein Fest des Loslassens und der Einkehr. Die Natur stirbt ab, zieht sich zurück. Auch wir dürfen loslassen, was nicht mehr dient.

Die dunkle Zeit beginnt – bis zur Wiedergeburt des Lichts zu Jul.

Typische Rituale:

  • Ahnentisch decken (Fotos, Kerzen, Essen für Verstorbene)
  • Friedhofsbesuch
  • Kürbisse schnitzen (ursprünglich Rüben)
  • Loslassen-Ritual (aufschreiben und verbrennen)
  • Orakel befragen für das kommende Jahr

 

Pflanzen: Eibe, Efeu, Wacholder

➡️ Ausführlicher Artikel folgt

Und damit schließt sich das Rad. Nach Samhain kommt wieder Jul – und der Zyklus beginnt von neuem.

Wie du anfangen kannst

Körper, Herz und Seele in Balance bringen: Frau

„Das klingt ja alles schön – aber wo fange ich an?“

Gute Frage! Hier ein paar praktische Tipps:

Fang klein an

Du musst nicht alle 8 Feste perfekt feiern. Such dir erstmal 2-3 aus, die dich ansprechen.

Viele beginnen mit:

  • Wintersonnenwende (weil Weihnachtszeit)
  • Imbolc (weil Neuanfang im Februar gut tut)
  • Sommersonnenwende (weil Sonnwendfeuer einfach schön sind)


Es darf einfach sein

Ein Fest „feiern“ kann bedeuten:

  • 5 Minuten: Eine Kerze anzünden und still werden
  • 1 Stunde: Ein kleines Ritual (siehe Einzelartikel)
  • 1 Tag: Ausführlich mit Vorbereitung, Essen, Freunden

 

Alles ist richtig. Die Göttin freut sich über jede Aufmerksamkeit.

 

Verbinde dich mit der Natur

Das Wichtigste: Geh raus!

  • Was blüht gerade?
  • Wie steht die Sonne?
  • Wie fühlt sich die Luft an?

 

Die Feste ergeben sich fast von selbst, wenn du die Natur beobachtest.

 

Nutze die Einzelartikel

Zu jedem Fest gibt es (oder wird es geben) einen ausführlichen Artikel mit:

  • Mythologie und Hintergrund
  • Schritt-für-Schritt Rituale
  • Rezepte
  • Praktische Tipps

 

Start mit dem nächsten Fest, das ansteht!

Jahreskreis-Rad Grafik mit 8 Festen, Übersicht

Zum Abschluss: Das Rad dreht sich

Das Rad des Jahres ist kein antikes Relikt – es ist lebendig.

Jeden Tag dreht es sich ein Stückchen weiter. Jeden Monat ändert sich die Energie. Jedes Fest markiert einen Wendepunkt.

Und du – du bist Teil dieses Rades. Du atmest mit der Erde. Du wächst im Frühling, blühst im Sommer, erntest im Herbst, ruhst im Winter.

Die dreigestaltige Göttin begleitet dich durch alle Phasen:

  • Als weiße Göttin gibt sie dir Hoffnung und Neubeginn
  • Als rote Göttin gibt sie dir Kraft und Fülle
  • Als schwarze Göttin gibt sie dir Ruhe und Transformation

 

Das nächste Fest im Jahr 2026 ist Imbolc am 1. Februar – das Lichtfest, wenn die weiße Göttin erwacht.

Aber welches Fest als nächstes für dich kommt, hängt davon ab, wann du diesen Artikel liest.

Schau aus dem Fenster. Was siehst du? Wo steht die Natur gerade? Das ist dein Einstieg.

Willkommen im Rad des Jahres. 🎡

„Das Rad dreht sich.
Die Göttin wandelt sich.
Die Natur atmet.
Und du – du bist Teil davon.“

Person in Natur, Jahreszeiten-Collage

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